Die Gauangellocher Kirchengeschichte

Auf dem Gebiet des heutigen Gauangelloch wurden Tonscherben und Mauerreste gefunden, die auf eine Besiedelung bereits in der Römerzeit schließen lassen; die Anlage des Ortes ist etwa in das 8. oder 9. Jahrhundert zu datieren.

Die erste Erwähnung des Dorfes als „Angelach“ in einer vermutlich gefälschten Urkunde auf 1016 gehört ins 12. Jahrhundert. „Angel(b)ach“ bezeichnete ursprünglich sowohl den Ort als auch das dort fließende Gewässer. Zur Unterscheidung gegenüber Waldangelloch am anderen Quellarm des Angelbachs ist um 1300 von „Angelach uf dem Geiberge“ (Angelach auf dem Gaiberg) die Rede, woraus sich in der Neuzeit der heutige Ortsname „Gauangelloch“ gebildet hat.

Die erste sichere Beurkundung der Gauangellocher katholischen Pfarrei mit Peterspatrozinium und den Filialen Gaiberg und Schatthausen stammt aus dem Jahr 1270; die Lehenshoheit der Pfalzgrafen über Gauangelloch wird erstmals 1391 bezeugt.

Während der Ritterzeit siedelten sich die Ritter von Angelach bzw. Angelloch hier an und erbauten sich die auch als Bettendorfsches Schloss bekannte Wasserburg Gauangelloch als Herrschaftssitz; um 1450 ging die Lehnsherrschaft derer von Angelloch an die Freiherrn von Bettendorf über. Um 1522 wurde die Reformation durchgeführt, in der die Familie von Bettendorff die Lutherische Lehre annahm und mit ihr der überwiegende Teil der Bevölkerung.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Gauangelloch vollständig zerstört, die Einwohner flohen oder wurden getötet. Erst 1665 bauten Johann Philipp und Helena von Bettendorff die Burg wieder auf. Im Laufe des 18. Jahrhunderts verwahrloste die Burg jedoch und begann zu zerfallen. Franz Ludwig von Bettendorff stellte den zuwandernden Katholiken den Keller der Burg zur Verfügung, um darauf eine Kapelle zu errichten, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Gotteshaus diente.

Die Familie Göler von Ravensburg stellte bis vor wenigen Jahren die Patronatsfamilie der Evangelischen Kirchengemeinde Gauangelloch dar.

Im Jahre 1937 wurde das benachbarte Ochsenbach nach Gauangelloch eingemeindet. Ochsenbach wurde erstmals im Verzeichnis der speyerischen Leibeigenen um 1300 erwähnt. Die Ortschaft wurde 1771 mit dem angrenzenden Hof Maisbach unter einem eigenen Stabhalter vereinigt, und dieser neuen Gemeinde wurde 1797 noch der Weiler Lingental zugewiesen. Die drei Gemeinden bestanden bis 1935; nachdem sie von 1935 bis 1937 zwangsweise eine einheitliche Gemeinde gebildet hatten, wurde am 1. April 1937 Lingental an Leimen, Maisbach an Nussloch und Ochsenbach an Gauangelloch angeschlossen.

In den Nachkriegsjahren Jahren wandelte sich die Gemeinde Gauangelloch mit ihrem Ortsteil Ochsenbach vom Bauerndorf zur Pendlergemeinde. Seit dem Zusammenschluss mit Leimen im Zuge der Kreisreform haben sich Gauangelloch und Ochsenbach zu attraktiven Wohngemeinden entwickelt.

Quelle: HP der Stadt Leimen