Ausstellung über 'Palästinensische Christliche Kunst heute'

 in der Gaiberger Peterskirche

 

Die Botschaft der Bilder und Skulpturen

 

Am 3. Advent 2014 wurde in der Gaiberger Peterskirche die Ausstellung von Prof. Dr. Theo Sundermeier über 'Palästinensiche Christliche Kunst heute' eröffnet. In seinem Einführungsvortrag betonte Herr Sundermeier seine Intention: Er möchte den Palästinensern, von denen nicht wenige der christlichen Religionsgemeinschaft angehören, eine Stimme geben. Aufgrund der politischen Verhältnisse in den israelischen und palästinensischen Siedlungsgebieten haben es die Palästinenser äußerst schwer, frei und ohne äußere Bedrohungen zu leben. Häufig werden sie massiv unterdrückt, vor allem aus politischen Gründen. Künstlerische Darstellungen sind eine Möglichkeit, ihren Wunsch und ihre Sehnsucht nach Freiheit und Frieden zu vermitteln. So hat Herr Sundermeier seinem kürzlich veröffentlichen Buch den Titel 'Für ein offenes Jerusalem' gegeben. Daraus werden in der Ausstellung einige Bilder, Skulpturen und Installationen vergrößert dargestellt und kurz beschrieben. Sie zeigen einen Querschnitt der zeitgenössischen palästinensischen bildlichen Kunst. Die meisten Künstler hat Herr Sundermeier bei mehreren Reisen nach Palästina persönlich getroffen.

Die Ausstellung wurde von der Bammentaler Gruppe 'Flötenallerlei' musikalisch umrahmt. Beim 'Lebendigen Adventskalender', der an diesem Abend in der evangelischen Kirche im Vorlauf zu der Ausstellungseröffnung stattfand und der von Familie Schulz gestaltet wurde, präsentierte die Gruppe um Barbara Voth auf teilweise sehr alten und besonderen Flöteninstrumenten eindrucksvoll Lieder und Melodien zur Adventszeit.

Zum 'Lebendigen Advent' und zum Vortrag waren viele kunstinteressierte Gaiberger und Besucher aus Gauangelloch gekommen. Sie hatten Gelegenheit, nach dem Vortrag das von Herrn Sundermeier verfasste Buch zu erwerben und signieren zu lassen. Auch CDs des Vereins refugio, der sich um traumatisierte Kriegs- und Folteropfer kümmert, wurden verkauft. Alle Spendenerlöse wurden an refugio weitergeleitet. Prof. Sundermeiers verstorbene Frau Renate hatte sich tatkräftig und intensiv bei refugio engagiert und auch an einer refugio-CD mit weihnachtlicher Barockmusik selbst mitgewirkt. So thematisieren auch zwei Ausstellungstafeln die Arbeit von refugio bzw. zeigen Original-Bilder, die Flüchtlingskinder gemalt haben, und die sich auf diese Weise an ihre Flucht, ihre alte Heimat und an ihre zurückgebliebenen Freunde und Verwandte erinnern.

Dr. Martin Mühleisen

RNZ, 17. Dezember 2014


Ausstellung in der Peterskirche in Gaiberg:

Palästinensische christliche Kunst heute

Eröffnung am 14. Dezember um 18.30 Uhr
mit einem Vortrag von Prof. Dr. Theo Sundermeier

 

 

Kunst ist international und interkulturell, und künstle-rische Werke wollen eine Botschaft vermitteln. Kunst kann auch ein Hilferuf sein. In einer Gegend wie Palästina, die vielen Konfessionen und Religionen heilig ist, und wo gegensätzliche Überzeugungen sehr häufig gewaltsam aufeinanderprallen, wird dies besonders deutlich.

 

„Für ein neues Jerusalem“, so lautet der Titel eines Buches von Prof. Dr. Theo Sundermeier, das kürzlich bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig erschienen ist (ISBN 978-3-374-03791-9, www.eva-leipzig.de). Es kann direkt beim Verlag bezogen werden und kostet 24,- Euro (inkl. MwSt.).

 

Der in Gaiberg ansässige Theologe Prof. Sundermeier hat sich intensiv mit der palästinensischen christlichen Kunst der Gegenwart beschäftigt. Die Künstler 'sprechen' durch ihre Werke - sie wollen gehört werden und drücken dies teilweise mit Motiven aus, die für uns, die wir in einer vergleichsweise sicheren, friedlichen Welt leben, manchmal verstörend wirken. Doch wenn man die Darstellungen richtig zu interpretieren weiß, dann wird man auch die Botschaften der meist christlich orientierten arabisch sprechenden Künstler in ihrem jüdisch und muslimisch geprägten Umfeld verstehen: Der Ruf nach Frieden und Freiheit!

 

 

Der musikalisch umrahmte einführende Bildervortrag von Prof. Sundermeier findet am 14. Dezember um 18.30 Uhr im Rahmen des Lebendigen Adventskalenders in der Gaiberger Peterskirche statt. Nach dem Vortrag besteht die Gelegenheit für Gespräche mit dem Autor, und man kann Exemplare des Buches erwerben. Der Eintritt für den Vortrag ist frei. Spenden für den Verein 'refugio', der sich um traumatisierte Flüchtlnge kümmert, sind willkommen. 'Refugio' wurde von Prof. Sundermeiers verstorbener Frau Renate maßgeblich geprägt. Eine Ausstellungstafel stellt die Arbeit von refugio vor.

 

Dr. Martin Mühleisen


Ausstellung Gaiberg 2013

Ausstellung "Gaiberger Kirchengeschichten" aus Anlass des 275-jährigen Geburtstags des heute vorfindlichen Kirchengebäudes. Der Turm der Kirche ist weitaus älter, aber das Langhaus wurde in der heutigen Form vor 275 Jahren gebaut und die Nutzfläche der Kirche dadurch nicht unerheblich vergrößert. 

 

Eröffnet wurde die Ausstellung am Freitag, 5. Juli 2013 um 19.00 Uhr 

mit Vorträgen von Wolfgang Himmelmann zur Entwicklung im Gaiberger Zentrum in und um die Kirche vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart und von Karl Wagner, der die Entwicklung der politischen und kirchlichen Verhältnisse in Gaiberg schilderte. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze von einem Gaiberger Ensemble mit irischer Folklore. Alle Akteure wurden von den Zuhörern in der voll besetzten Kirche mit viel Applaus bedacht. Der Dank von Pfarrer Beisel galt und gilt darüber hinaus Uwe Biermann, Dr. Martin Mühleisen und Siegfried Schulz, die die technischen Voraussetzungen für die Ausstellung geschaffen haben. - Lesen Sie dazu unten auch den Artikel von Dr. Mühleisen!

 

Gaiberger Peterskirche im Wandel der Zeiten

 

Anlässlich des 275-jährigen Jubiläums des Langhauses der Gaiberger Peterskirche wurde am 5. Juli eine Ausstellung zur Baugeschichte der
Kirche eröffnet. Wolfgang Himmelmann, Architekt, Ingenieur und Künstler, beschäftigt sich schon lange mit der Gaiberger Ortsgeschichte. Bei seinem Vortrag konnte er viele Details zur Entwicklung Gaibergs rund um die Kirche berichten.

 

In der ersten urkundlichen Erwähnung Gaibergs aus dem Jahr 1312 gibt es Hinweise auf die Existenz einer Kapelle. Später kam direkt daneben ein Turm dazu, der wohl ursprünglich den Charakter eines Wehrturmes hatte, der der Bevölkerung in unruhigen Zeiten Schutz bot. Mehrfach wurde die Kirche erweitert, bis sie in der Folge des 30-jährigen Krieges zunehmend verfiel. Das hatte politische und religiöse Gründe.

 

Der ehemalige Gaiberger Schulleiter Karl Wagner beleuchtete die politischen Verhältnisse im 17. und 18. Jahrhundert. Der 30-jährige Krieg, bei dem es unter dem Deckmantel religiöser Überzeugungen um handfeste politische Macht-konstellationen ging, hatte besonders in Süddeutschland verheerend gewirkt. Gaiberg hatte um 1650 nur noch ca. 30 Einwohner. Als in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder viele Auswärtige in der Kurpfalz eine neue Heimat fanden, wurde zunehmend der Wunsch laut, die stark baufällige Kirche (das Langhaus) abzureißen und ein neues Langhaus zu bauen. 1738 war es dann soweit: Am 24. August wurde die neue 'Kirch' eingeweiht. Karl Wagner konnte noch viele Anekdoten aus jener Zeit beisteuern. So pflegten die Evangelischen und die Katholiken in jenen Zeiten eine Erzfeindschaft, was zwangsläufig zu einigen Verwicklungen führte.

 

Mit detailierten Zeichnungen entwarf Wolfgang Himmelmann Szenen aus den verschiedenen Epochen, wie sie sich rund um die Kirche abgespielt haben können. Hier ist zu sehen, wie sich das tägliche Leben um 1312 abspielte, wie die ersten Gehöfte rings um die Kirche entstanden. Oder wie Graf von Tilly, Oberbefehlshaber der katholischen Liga, mit seinen Soldaten 1622 vermutlich auch durch Gaiberg marschierte und die Bevölkerung auf seine Art von der
Notwendigkeit der Verpflegung der Truppen überzeugte. Auf den insgesamt vier kolorierten Zeichnungen sind die wichtigsten Stadien der Gaiberger Kirche dargestellt. Sie sind zwar nur Momentaufnahmen, beruhen aber alle auf gesicherten Quellenangaben. So wurden auch die umfangreichen archäolo-gischen Befunde einbezogen, die im Zuge der letzten großen Kirchenrenovierung gewonnen wurden. Daran erinnern auch Fotos, die ebenfalls zu sehen sind. Sie zeigen, wie damals vor 15 Jahren viele Gaiberger an ihrer Kirche 'mitbauten'.

 

Die Ausstellung wurde vom Evangelischen Kirchenbauverein Gaiberg finanziert. Bei der Vernissage zur Ausstellung 'Gaiberger Kirchengeschichten' wirkte auch ein Gaiberger Musikensemble mit. Es präsentierte keltische Musikstücke, die diesen interessanten Abend in der vollbesetzten Gaiberger Peterskirche umrahmten.

 

Dr. Martin Mühleisen

Peterskirche in Gaiberg um das Jahr 1300, Rekonstruktion: Wolfgang Himmelmann
Peterskirche in Gaiberg um das Jahr 1300, Rekonstruktion: Wolfgang Himmelmann

Bilder von der Ausstellungseröffnung hier