Auf ein Wort

Liebe Leserin, lieber Leser, die Linde an der Kirche in Gai-berg ist für die Einheimischen ein Wahrzeichen des Ortes. Für viele sind mit ihr Begebenheiten verbunden, die sich unter ihr zugetragen haben. Bei so manch einem  Fest oder beim Kirchenkaffee im Freien konnte man sich über den Schatten freuen, den sie an heißen Tagen spendet.

 

Im letzten Jahr wurde die Linde dann aber auch zu einem Symbol des Klima-wandels. Ihr ging es wie vielen anderen Bäumen auch. Die Trockenheit setzte ihr hart zu. Ihre Blätter begannen schon im Sommer sich braun zu verfärben und zu verwelken. Sie bot einen traurigen Anblick. Auch die RNZ wurde darauf aufmerk-sam (gemacht) und schrieb: „Gesundheitszustand des Gaiberger Naturdenkmals und Wappenbaums macht Sorge.“

Die Häufung besonderer Wetterphänomene auch in unseren Breiten - wie die ausgesprochen trockenen Sommer der letzten Jahre und der erneut ungewöhn-lich warme Winter in diesem Jahr - kann nicht einfach als Zufall abgetan werden. Weltweit nehmen die Extreme zu. Wirbelstürme werden noch verheerender als sie ohnehin schon sind, die sogenannte Westwinddrift kommt immer mehr und immer häufiger aus dem Gleichgewicht, die Trockenheit in weiten Teilen der Erde führt zu Bränden wie jüngst in Australien und Kalifornien. In den Polregionen sind die Folgen des Klimawandels schon deutlich stärker spürbar. In diesem Winter erkundet das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ in einem aufwendi-gen Projekt die Verhältnisse direkt vor Ort am Nordpol. Frühere Messungen wur-den bestätigt, wonach sich die Temperatur in der Arktis bereits um 7 Grad erhöht hat. Das Eis an den Polen und auf den Gletschern schmilzt und lässt den Meeres-spiegel steigen. Und mit der Erwärmung der kalten Regionen geht unter anderem auch das verbreitete Auftauen von Permafrostböden einher und damit das Frei-werden großer Mengen des Treibhausgases Methan.

 

All das sind vom Menschen verursachte Veränderungen, und es stellt sich die Fra-ge: Haben wir all diese Prozesse noch im Griff? Wann ist der Kipppunkt erreicht, der kein Zurück mehr zulässt?

 

Es ist höchste Zeit. Ein grundsätzliches Umdenken ist dringend erforderlich. Brauchte es erst Gerta Thunberg und Fridays for future um zu dieser Einsicht zu gelangen? Im März 2019 unterzeichneten mehr als 26.800 Wissenschaftler aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, die sich unter dem Namen Scientists for Future zusammengeschlossen haben, eine Stellungnahme unter der Über-schrift „Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt“.

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Zeichen der Zeit offenbar erkannt und das Bemühen um einen „Green Deal“ ganz oben auf die Agenda gesetzt und die damit verbundenen Anstrengungen mit denen des Flugs zum Mond verglichen.

 

Mit Verdrängen oder den Kopf in den Sand stecken oder warten bis die anderen etwas tun ist es nicht getan. Ja, wir hätten die Freiheit „Was geht’s mich an?“ zu sagen. Verantwortliches Denken und Handeln aber sieht anders aus. In der Abwägung zwischen Freiheit und Verantwortung müssen wir uns fragen: Was ist angesichts der Klimakrise zu tun? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden – persönlich, von Staats wegen, in weltweiter Kooperation?

Bewahrung der Schöpfung und der sorgfältige Umgang mit den uns zur Verfü-gung stehenden Ressourcen erfordern Weitsicht und kluge Entscheidungen - um unserer selbst willen, wenn schon nicht aus Rücksicht gegenüber vielen Tieren und Pflanzen, deren Leben aufs Äußerste bedroht ist.

 

Bleibt zu hoffen, dass es der Linde an der Kirche in Gaiberg möglichst lange möglichst gut geht. Dass sie noch möglichst oft wie in diesen Tagen nach dem Winterschlaf zu neuem Leben erwacht. Das wir an ihr und vielen anderen Pflanzen, Tieren und Landschaften die Wunder der Schöpfung auch weiterhin bestaunen können.

 


aus Gemeindebrief 2020/1

Liebe Leserin, lieber Leser, seit drei Jahren leuchtet die Evangelische Kirche in Gauangelloch abends in den Nacht-himmel hinein. Das sieht einfach schön aus und vertraut. Ein Lichtblick in der Dunkelheit. - Ob man nun Christ ist oder nicht, die meisten Einheimischen identifizieren sich gerne mit der leuchtenden Kirche. Sie zieht die Blicke auf sich.  ...

 

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aus Gemeindebrief 2019/4

„WIR & HIER – Gemeinsam Lebensräume gestalten“ so heißt ein Kongress der Evangelischen Kirche in Deutschland, der vom 3. bis 4. April 2020 in Hamburg stattfinden wird und dessen Plakatmotiv ich für die Titelseite dieses Gemeinde-briefes entliehen habe. Es hat mich angesprochen. Ich selbst würde es gerne mit „Church for Future“ überschreiben.  ...

 

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aus Gemeindebrief 2019/3

 Liebe Leserin, lieber Leser, seit sechs Jahren begleitet uns unser Gemeindemotto „Leben im Licht: Lieben – Loben – Lachen“. Damit ist der Zuspruch verknüpft, dass wir im Licht der Liebe Gottes leben dürfen, mit einer hoffnungsvollen Perspektive, mit guten Aussichten, mit und aus einer Kraftquelle besonderer Art. So haben wir Christen viel zu lachen, wir können Gott auf vielfältige Weise loben, und ...

 

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aus Gemeindebrief 2019/2

Liebe Leserin, lieber Leser, das schöne Foto ist an der Costa Brava entstanden. Daniel Biber hat es gemacht, ein passi-nierter Birdwatcher. So ein Starenschwarm ist ständig in Be-wegung. Und so hat mir der Fotograf erzählt, dass er erst beim Sichten seiner Fotos gesehen hat, was er da für eine Momentaufnahme gemacht hatte: ein Vogelschwarm, der ...

 

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aus Gemeindebrief 2019/1

Liebe Leserin, lieber Leser, für mich spiegelt das abgedruckte Bild das Großartige und Erhabene von Weihnachten wider. Majestätisch liegt da eine grandiose Berglandschaft vor mir –

eine geniale Begegnung von Himmel und Erde. Das Himmli-sche spiegelt sich im irdischen Wasser. Himmlische Verhält-nisse auf der Erde! - Wie schön! Wie wunderbar!  ...

 

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