Abendmahl


Das Abendmahl ist für viele Gläubige ein besonders emotionaler und für ihren Glauben grundlegender Moment, in dem sie Gott nahe sind. Doch seit Beginn der Corona Krise haben die Kirchen, zum Schutz der Gläubigen, darauf verzichtet, das Abendmahl, wie oftmals üblich, einmal im Monat auszuteilen. Damit die Abendmahlsgemeinschaft wieder möglich ist, wurden Wege gesucht, wie unter ganz besonders strengen Regeln, das Abendmahl wieder stattfinden kann. 


Empfehlungen der Badischen und Württembergischen Landeskirche


Vorbemerkung

Dieser Text ist in enger Abstimmung zwischen der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg entstanden, die allerdings an manchen Stellen etwas unterschiedliche Wege gehen.


Voraussetzungen

Beide Landeskirchen gehen von der Form der Wandelkommunion aus, da nur so die Mindestabstände von 2 m verlässlich eingehalten werden können.

 

Wenn es in der Kirche einen Mittelweg und seitliche Wege gibt, treten die Menschen durch den Mittelweg zum Altar und gehen seitlich zurück. Wo zwei seitliche Wege vorhanden sind, wird einer als Hin- und einer als Rückweg benutzt; wo nur ein Weg zum Altar führt, kann diese Form nicht durchgeführt werden.

 

Die Teilnehmenden am Abendmahl treten in einer Reihe zum Altar. Auf dem Weg ist ein Desinfektionsmittelbehälter aufgebaut, wo sie sich unmittelbar vor dem Abendmahlsempfang die Hände desinfizieren.

Der Rückweg nach dem Empfang des Abendmahls geschieht auf einem anderen Weg als der Hinweg, damit die Menschen sich nicht in den engen Wegen begegnen. Es ist auch darauf zu achten, dass der Mindestabstand auch zwischen den Menschen in den Gängen und den Sitzenden / Stehenden in den Reihen gewahrt ist, z.B. so dass die „Wartezone“ im Mittelgang sich auf Höhe der Reihen befindet, die noch nicht an den Platz zurückgekehrt sind.

 

Die Wegführung wird optisch und durch Ankündigung mitgeteilt.

Auf den Friedensgruß wird verzichtet, ebenso wie auf Schlusskreise, bei denen sich die Teilnehmenden an den Händen fassen.


Hygienische Aspekte zur Vorbereitung

Es ist darauf zu achten, dass bei der Vorbereitung keine Berührung von Elementen mit der bloßen Hand erfolgt. Brot bzw. Hostie sollten nur mit Einmalhandschuhen angefasst werden (ggf. mit einer Zange). Auch bei der Vorbereitung wird Mund-Nasen-Schutz getragen.

Wird Brot verwendet, ist dieses vorher unter Beachtung hygienischer Regeln in mundgerechte Stücke zu zerteilen.

Wein bzw. Traubensaft stammen aus einer original verschlossenen Flasche (z.B. mit Schraubverschluss) und werden mit behandschuhten Händen geöffnet.

Einzelkelche werden vorab gefüllt, dann ist auf eine hygienische Abdeckung zu achten.

Die Gemeinde soll in geeigneter Form darüber informiert werden, dass bei der Vorbereitung höchste hygienische Vorsichtsmaßnahmen herrschen.


Austeilung in der Grundform:
Wandelkommunion mit Handkommunion

Neben dem Liturgen / der Liturgin werden Oblaten / Brot und Wein / Traubensaft in Einzelkelchen von einer bzw. zwei weiteren Personen gereicht, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

 

Bei der Austeilung treten die Abendmahlsgäste einzeln an die Stelle, wo das Brot gereicht wird. Die austeilende Person fasst Brot bzw. Hostie, ohne es mit der unbedeckten Hand zu berühren (Handschuhe). Der / die Empfangende streckt die Hand aus, Brotstück bzw. Hostie werden ohne Berührung in die Hand gegeben. Auf Spendeworte und das respondierende Amen des Empfangenden wird verzichtet.

Danach tritt der Abendmahlsgast an die Stelle, wo Wein / Traubensaft gereicht werden und nimmt sich einen gefüllten Einzelkelch und trinkt.

Andernfalls nimmt sich der Abendmahlgast einen Kelch, den er / sie mit der Öffnung nach oben an einen vorbestimmten Platz stellen / bzw. stellt den vorab ausgegebenen Kelch an diesen Platz und tritt zurück. Dann tritt die austeilende Person herzu, gießt aus dem Gießkelch einen Schluck in den Einzelkelch und tritt wieder zurück.

Die empfangende Person geht weiter und trinkt.

In beiden Fällen stellt der Gast den Einzelkelch dann an einem bestimmten Platz (weiteres Tischchen) ab und geht dann an den Platz zurück.

Wenn alle wieder zurück am Platz sind, spricht der Liturg / die Liturgin das Entlasswort, das in Dankgebet, Fürbittgebet und Vater Unser übergeht.


Anmerkung

Derzeit gibt es viele unterschiedliche Ideen zur Austeilung des Abendmahls unter Corona Bedingungen. Manche Gemeinden tauchen eine Oblate in den Wein und der Liturg / die Liturgin reicht diese Oblade (möglich auch mit einer Obladenzange) dem Abendmahlsgast. In einigen Gemeinden gibt es nur die Oblade als vollwertiges Abendmahl (früher Agapemahl).

Verantwortlich für die Ausführungen: Helmut Seifried